Das automatische Geldsystem: Das 4-Konten-Modell

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Kennst du das? 
Am Monatsanfang fühlt sich alles gut an. Das Gehalt kommt, du planst grob deine Ausgaben, vielleicht nimmst du dir sogar vor, diesmal wirklich etwas zur Seite zu legen. 
Doch dann passiert es: Ein paar unerwartete Rechnungen hier, ein spontaner Online-Kauf dort, ein Essen mit Freunden … und plötzlich fragst du dich am Monatsende wieder: 

„Wo ist mein Geld eigentlich geblieben?“ 

Miete, Einkäufe, ein paar spontane Ausgaben – und plötzlich ist der Kontostand wieder niedrig. Kein Überblick, keine klare Struktur, ständig das Gefühl, hinterherzulaufen. 
Und das Frustrierende? 
Es passiert jeden Monat aufs Neue, obwohl du eigentlich gut verdienst. 

Genau hier steckt das eigentliche Problem: 
Ohne System rutscht das Geld dahin, wo es gerade „hingezogen“ wird. Es fehlt dir nicht das Einkommen – es fehlt ein System, das dir zeigt, wohin dein Geld geht und wie viel du wofür nutzen solltest

Die gute Nachricht: 
Es gibt eine einfache Methode, mit der du dein Geld so ordnest, dass du immer weißt, wofür es da ist, wie viel du wirklich ausgeben kannst – und wie du gleichzeitig Rücklagen und Vermögen aufbaust, ohne ständig darüber nachzudenken. 

Die Lösung: Das 4-Konten-Modell 

Das 4-Konten-Modell ist ein einfaches, klar strukturiertes System, das dir hilft, dein Geld automatisch richtig zu verteilen – ohne Stress und ohne komplizierte Finanzpläne. Stell dir vor, du gibst jedem Euro von Anfang an eine Aufgabe. Genau das macht dieses Modell möglich. 

Du musst keine Belege sammeln, keine komplizierten Tabellen führen und keine Angst mehr haben, dass du „aus Versehen“ zu viel ausgibst. Viele erfolgreiche Finanzautoren wie Bodo Schäfer, Ramit Sethi („I Will Teach You To Be Rich“) und der Ökonom Richard Thaler zeigen: Automatisierung ist der wichtigste Hebel, um finanziell erfolgreich zu werden. 

Wie funktioniert das 4-Konten-Modell? 

Du richtest vier verschiedene Konten ein, die jeweils eine klare Aufgabe haben. Dadurch weißt du jederzeit, wie viel Geld du für welchen Lebensbereich zur Verfügung hast – und genauso wichtig: wie viel du nicht ausgeben solltest. 

Hier ist die Struktur, die sich für tausende Menschen bewährt hat: 

  1. Basis-Konto – alles für den Alltag  
  2. Freizeitkonto – damit du das Leben genießt 
  3. Vermögenskonto – für Vermögensaufbau & Notgroschen 
  4. Sparkonto – für Dinge auf die du sparen musst 

Let’s go. 

1. Basis-Konto – dein Alltagskonto 

Wofür? 
Hier fließt dein Gehalt drauf und verteilst es auf die anderen Konten. Von diesem Konto zahlst du alles, was du zum Leben brauchst: Miete, Essen, Strom, Versicherungen, Handy, Auto, Abos. 

Empfehlung: 50–60 % deines Einkommens. 

So richtest du es ein: 

  • Ein ganz normales Girokonto reicht. 
  • Dein Gehalt kommt hier an. 
  • Alle Fixkosten werden automatisch abgebucht. 

Runde den Betrag ruhig auf, damit du auch jeden Monat ein kleinen Puffer beisammen bekommst. So musst du nicht jedes Mal beten, wenn du an der Supermarktkasse stehst und das Kartengerät länger als zwei Sekunden nachdenkt. 

Beispiel: 
Verdienst du 2.000 €, sollten etwa 1.000–1.200 € für den Alltag reserviert sein. 
So weißt du jederzeit, wie viel du im Monat wirklich „frei“ hast. 

2. Freizeitkonto – ohne schlechtes Gewissen genießen 

Das Konto, das viele vergessen – aber das Wichtigste für deine Motivation. 

Wofür? 
Urlaub, Restaurantbesuche, Hobbys, Freizeitaktivitäten, kleine Belohnungen. 

Empfehlung: 10 – 20 % deines Einkommens. 

Regel: 
Ist das Konto leer, bleibt es leer. Bis zum nächsten Monat. 
So vermeidest du schlechtes Gewissen und hältst dein Budget automatisch ein. Du kannst es aber ruhig gewissenslos auf den Kopf hauen. Wenn das Konto leer ist, ist das kein Drama. Außer für den Rest des Monats. 

Nutze für dieses Konto eine eigene Karte – so siehst du sofort, wie viel Freizeitbudget du noch hast, ohne nachdenken zu müssen. 

Beispiel: 
Wenn 150 € im Monat eingeplant sind, kannst du sie komplett ausgeben – ganz entspannt.

3. Vermögenskonto – dein Vermögensmotor 

Das Konto für deine finanzielle Zukunft. 
Hier entsteht Vermögen, Schritt für Schritt. Aber auch dein Notgroschen für Notfälle. 

Wofür? 
ETFs, Aktien, langfristige Sparziele, Altersvorsorge, Immobilien, Tagesgeld. 

Empfehlung: Mindestens 10 % deines Einkommens. 

So richtest du es ein: 

  • Ein zweites Tagesgeldkonto für kurzfristige Ziele (1–3 Jahre). Momentan funktioniert auch das Verrechnungskonto einiger Depotanbieter, wie Trade Republic oder Scalable Capital. 
  • Ein Wertpapierdepot für langfristiges Investieren. 
  • Richte einen automatischen Sparplan ein, z. B. monatlich 150–300 €. 

Lege klar fest, wie hoch dein Notgroschen sein soll (z. B. 3–6 Monatsausgaben). So weißt du genau, wann du vom Sparen ins echte Investieren wechseln kannst. 

Und keine Sorge: Du musst den Markt nicht „schlagen“. Dann schlägt dich der Markt auch nicht. 

Beispiel: 
Du möchtest in 5 Jahren eine Immobilie kaufen? 
Ein Sparplan hilft dir, das Kapital konstant aufzubauen – ohne, dass du jeden Monat darüber nachdenken musst. 

4. Sparkonto – deine Wünsche worauf du sparst 

Das Konto für deine Konsumwünsche, die du dir nicht sofort leisten kannst. 

Wofür: 
Du möchtest dir ein neues Auto kaufen, ein neuen Fernseher oder hast andere Konsumwünsche? Dafür ist dieses Konto gedacht. 

Dieses Konto kannst du auch beispielsweise für Urlaube nutzen. Oder das Freizeitkonto. Was dir besser passt. 

Endlich musst du nicht mehr voller Angst auf dein Konto schauen, ob etwas am Monatsende übrig bleibt, um dir was zu gönnen – jetzt reicht ein Sparkonto und ein bisschen Geduld. 

Tipp: Erstelle eine kleine Wunschliste mit Preis und Datum. So siehst du, wie deine Ziele näher kommen – das motiviert extrem. 

Empfehlung: 5 – 10 % deines Einkommens. 

Beispiel: 
Wenn du ein neues Auto, Fahrrad möchtest oder endlich mal Urlaub auf den Malediven machen willst. 

So richtest du das 4-Konten-Modell praktisch ein 

Schritt 1: Alle vier Konten erstellen

Viele Banken wie ING, DKB, Comdirect oder N26 bieten kostenlose Unterkonten an. Banken wie Revolut bieten dabei auch komplett kostenlose Konten an. Nicht nur Unterkonten. 

Schritt 2: Daueraufträge einrichten 

Es ist wichtig, dass du für deine Konten einen Dauerauftrag vom Basiskonto einrichtest. Stelle alle Daueraufträge auf einen festen Tag (z. B. 1. des Monats). Das sorgt für maximale Übersicht.  

Beispiel: 

  • Freizeitkonto: z. B. 20 % 
  • Vermögenskonto: z. B. 10 % 
  • Sparkonto: z. B. 10 % 
  • Der Rest bleibt automatisch für Lebenskosten 

Du musst danach nichts mehr manuell machen. Das System arbeitet für dich. Das ist wie eine Spülmaschine für deine Finanzen: einmal einstellen, und du musst nicht mehr jeden Teller einzeln abwaschen. Ach, wie schön! 

Schritt 3: Klare Regeln festlegen 

  • Stelle alle Daueraufträge auf einen festen Tag (z. B. 1. des Monats). Das sorgt für maximale Übersicht. 
  • Spaßkonto darf leer werden. 
  • Notgroschen bleibt unangetastet. Nur in echten Notfällen nutzen. Danach wieder aufbauen!
  • Investitionen sind langfristig – mindestens 3–5 Jahre, besser 20 Jahr oder mehr.  

Schritt 4: Bei verändernden Situationen anpassen 

Steigt dein Einkommen, ziehst du um, oder ändern sich Lebensumstände? 
Passe die Prozentsätze direkt an. Das dauert nur 2 Minuten. Easy. 

Häufige Fehler – und wie du sie vermeiden kannst 

❌ Zu ambitioniert starten 
Wer sofort 40 % spart, gibt oft schnell auf. 
👉 Besser: langsam steigern. 

❌ Freizeitkonto weglassen 
Ohne Belohnungen wirkt Sparen wie Verzicht. 
👉 Plane bewusst Freude ein. 

❌ Notgroschen investieren 
Schwankungen sind normal – aber dafür ist dein Puffer nicht gemacht. 
👉 Notgroschen immer sicher auf z.B. einem Tagesgeldkonto lassen. 

❌ Zwischen Konten hin- und herbuchen 
Du kannst schnell den Überblick verlieren, wie viel Geld für jedes Konto eigentlich gedacht war. 
👉 Vermeide es, ständig zwischen Konten hin- und herzubuchen. Jede Ausnahme schwächt das System. 
 

Und bitte, bitte mische niemals dein Spaßkonto mit deinem Notgroschen – sonst sieht dein Notgroschen irgendwann aus wie ein verstaubter Keller. 

Beispielverteilung bei 2.500 € Nettoeinkommen 

Einmal eingerichtet, läuft das System für dich – jeden Monat. 

Fazit 

Mit dem 4-Konten-Modell bekommst du sofort mehr Ordnung, Sicherheit und Selbstkontrolle über dein Geld. Es ist einfach, praktisch und funktioniert für jede Einkommenshöhe. Der größte Vorteil: Du musst weniger Disziplin haben, weil das System deine Finanzen automatisch in die richtige Richtung lenkt. Kein Finanzkauderwelsch, keine Excel-Alpträume – einfach vier Konten, und dein Geld benimmt sich endlich so, wie du es willst. 

Du möchtest nicht nur das 4-Konten-Modell implementieren, sondern auch wissen, wie du deine Ausgaben effektiv reduzierst und in was genau du investieren solltest, um langfrisitg mit deinen Investments Geld zu verdienen? Dann nimm an der kostenfreien Geldsystem-Masterclass teil! Dort lernst du genau das!