Investieren leicht gemacht – verständlich, praxisnah und Schritt für Schritt erklärt

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Investieren lernen muss nicht kompliziert sein. Mit dem richtigen Wissen kannst du dein Geld clever anlegen, vom Zinseszinseffekt profitieren und Schritt für Schritt Vermögen aufbauen. In diesem Ratgeber lernst du praxisnah, wie du beispielsweise ETFs nutzt, einen einfachen ETF-Sparplan einrichtest und dein Geld langfristig für dich arbeiten lässt. Ganz ohne Fachchinesisch, dafür mit verständlichen Beispielen und Tipps, die dir wirklich helfen – damit du sofort mit dem Geld anlegen starten kannst.

Warum du überhaupt investieren solltest 

Man arbeitet jeden Monat hart für sein Geld. Aber das Geld arbeitet nicht für einen zurück. Das ist die Realität für die Meisten von uns. 
Wenn du es einfach nur auf dem Konto liegen lässt, verliert es durch die Inflation jedes Jahr ein kleines Stück an Kaufkraft, weil die Preise steigen. Das heißt: Dein Geld wird weniger wert, obwohl du nichts falsch machst. Wenn du nicht willst, dass dein Erspartes an Kaufkraft verliert, musst du irgendwo anlegen, wo die Rendite höher ist als die Inflation. 

Investieren bedeutet das Gegenteil: 
Du lässt dein Geld für dich arbeiten. 
Du musst nicht jeden Tag etwas dafür tun – dein Geld wächst automatisch, wenn du es sinnvoll anlegst. Endlich mal jemand in deinem Leben, der arbeitet, während du chillst. 

Ein einfaches Beispiel: 

  • 10.000 € auf dem Bankkonto → nach 10 Jahren bei ca. 1 % Zinsen: etwa 11.050 €
  • dieselben 10.000 € in einen weltweiten Aktien-ETF → nach 10 Jahren bei ca. 7 % Rendite: etwa 19.670 € 

Das ist ein Unterschied von über 8.500 € – ohne zusätzliche Arbeit. Also quasi ein Urlaub, den du dir selbst finanzierst – ohne was dafür zu tun. 

Die Börse belohnt Geduld, nicht Glück. 

Der Zinseszinseffekt – das wichtigste Konzept beim Investieren 

Wenn du nur eine Sache richtig verstehen möchtest, dann diese hier: 
Der Zinseszinseffekt ist der Motor, der dein Vermögen Jahr für Jahr schneller wachsen lässt. 

Wie funktioniert der Zinseszinseffekt? 

Stell dir vor, du pflanzt einen Apfelbaum. 

Im ersten Jahr wächst nur der Stamm. 
Im zweiten Jahr kommen Äste dazu. 
Im dritten Jahr wachsen Zweige an den Ästen. 
Und irgendwann trägt jeder einzelne Zweig seine eigenen Äpfel. 

Genauso verhält es sich mit deinem Geld: 

  • Du bekommst Zinsen auf dein Startkapital.
  • Danach bekommst du Zinsen auf dein Startkapital und auf die Zinsen vom letzten Jahr.
  • Und dann wieder auf alles zusammen. Und immer so weiter. 

Es entsteht ein Schneeball-Effekt. 

Rechenbeispiel 

Start: 10.000 € 
Jährliche Rendite: 7 % 

In den ersten Jahren passiert oft nicht viel. 
Viele sehen das und denken: „Das lohnt sich ja gar nicht.“ 

Aber dann passiert das Entscheidende: 
Mit der Zeit wächst dein Vermögen immer schneller – nicht linear, sondern exponentiell. So wie beim Fitnessstudio: Die ersten Wochen tut sich nichts – und plötzlich passt die Hose besser. 

Für mehr Beispiele findest du auf unserer Seite jetzt auch einen ausführlichen Finanzrechner – dort kannst du deinen eigenen Zinseszinseffekt berechnen. 

Warum Zeit wichtiger ist als hohe Beträge 

Ein Beispiel mit zwei Personen: 

Anna 

  • startet mit 20
  • spart 10 Jahre lang 100 € / Monat
  • spart danach NICHT weiter 
    → Endvermögen mit 60: ca. 438.000 € 

Ben 

  • startet mit 30
  • spart 30 Jahre lang 100 € / Monat 
    → Endvermögen mit 60: ca. 379.000 € 

Ben zahlt 3x so viel ein wie Anna, doch am Ende hat Anna mehr Vermögen. 
Warum? 
Weil die Zeit für sie arbeitet und nicht nur das Geld. Zeit schlägt Einsatz. 

Die wichtigsten Grundlagen, bevor du loslegst 

Bevor du investierst, sollten ein paar Dinge sitzen. Sie sind nicht kompliziert, aber extrem wichtig. 

1. Schulden im besten Fall zuerst loswerden 

Wenn du teure Kredite hast (Dispo, Ratenzahlungen, Konsumkredite), zahlst du oft 8–12 % Zinsen. 
Das ist mehr, als du am Aktienmarkt in den meisten Jahren bekommst. 

Deshalb: 
Schulden weg → dann investieren. 

Psychologisch gesehen kann es aber Sinn machen, direkt mit dem Investieren zu beginnen, da es sehr demotivierend sein kann, bei 0 anzufangen, nachdem man so viel abbezahlt hat. Dein Gehirn mag Belohnungen – und ein wachsendes Depot fühlt sich deutlich besser an als ein leeres. 

2. Notgroschen aufbauen 

Bevor du investierst, solltest du Geld auf der Seite haben, welches du im Notfall benutzen kannst. 
Ungefähr 3–6 Monatsgehälter. 

Warum? 
Damit du bei einer Autoreparatur, einer kaputten Waschmaschine oder einem plötzlichen Jobverlust nicht deine Investments verkaufen musst. Eine Waschmaschine geht natürlich IMMER dann kaputt, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. 

Investiert wird nur das Geld, das du für längere Zeit nicht brauchst. Und es sollte auch nicht mehr angefasst werden!  

3. Langfristig denken 

Investieren funktioniert langfristig
Nicht über Wochen. Nicht über Monate. 
Sondern über Jahre und Jahrzehnte

Das klingt lang – aber dafür musst du fast nichts tun. 
Geld rein → laufen lassen → nicht nervös werden. Klingt fast wie ein guter Pizzateig: Einfach ruhen lassen und nicht ständig dran rumfummeln. Das klappt sehr gut mit einem Konten-Modell.

Welche Investments sinnvoll sind 

Es gibt unendlich viele Anlagen. Aber nicht alle machen das Leben leichter. Manche machen es sogar deutlich komplizierter – looking at you, Krypto-Meme-Coins. 
Schauen wir auf die wichtigsten, die sich in der Praxis bewährt haben. 

ETFs – der einfachste und beste Startpunkt 

Ein ETF ist ein „Korb“ aus vielen Unternehmen. Durch einen ETF kaufst du automatisch einen Teil von ganz vielen Firmen — das reduziert das Einzelrisiko. ETFs kosten wenig und sind ideal als Grundbaustein. 

Vorteile: 

  • sehr breit gestreut
  • geringes Risiko im Vergleich zu Einzelaktien
  • niedrige Kosten
  • perfekt für Sparpläne

Beispiele für große, bewährte ETFs: 

  • MSCI World 
  • FTSE All-World 
  • MSCI ACWI 

Mit diesen ETFs macht du gerade als Anfänger nichts falsch. Sie enthalten Unternehmen aus der ganzen Welt – eine solide Basis. Du hast damit quasi die Weltwirtschaft im Portfolio.  Oder anders gesagt: Wenn die komplette Weltwirtschaft zusammenbricht, hast du wahrscheinlich ganz andere Probleme als dein Depot. 

Viele dieser Indizes beruhen darauf, dass Unternehmen langfristig wachsen, Gewinne erhöhen und Produktivität steigern – das ist auch der Grund, warum Aktienmärkte historisch gestiegen sind. Studien von MSCI, Vanguard und BlackRock bestätigen dieses langfristige Wachstum. 

Aktien – höhere Chance, höheres Risiko 

Einzelaktien können große Gewinne bringen, aber die Schwankungen sind auch größer. 
Sie eignen sich gut, wenn du dich gerne mit Unternehmen beschäftigst und bereit bist, mehr Risiko zu tragen. 

Spare dir das am Anfang, wenn du keine Lust hast, dich tief einzuarbeiten. 

Anleihen – stabiler, aber weniger Rendite 

Anleihen bringen Sicherheit ins Portfolio. 
Sie schwanken weniger als Aktien, aber sie wachsen auch langsamer. 

Viele Menschen mischen Anleihen hinzu, um ruhig schlafen zu können. Wenn du aber am Anfang deiner Investmentkarriere stehst sind sie eher unnötig. Außer Schlaf ist dir wichtiger als Rendite – dann go for it! 

Kryptowährungen & Rohstoffe – eher als Beimischung 

Sie schwanken extrem. 
Wenn du sie nutzt, dann nur als kleiner Zusatz – nicht als Hauptbaustein. Mehr als 5% deines Portfoliowertes sollten es nicht sein. 

Wie du dein erstes Depot eröffnest 

Ein Depot ist einfach gesagt dein „Online-Konto”, über das du Wertpapiere (Aktien, ETF, etc.) hältst. 

So gehst du vor: 

  1. Einen seriösen günstigen Broker auswählen (auf Gebühren, Sparplan-Konditionen und Sicherheit achten). 
  2. Online in 10–20 Minuten eröffnen. 
  3. ETF auswählen (am besten einen breitgestreuten Welt-ETF wie den All-World). 
  4. Sparplan einrichten (monatlicher Betrag). 
  5. Einmal im Jahr prüfen (ggf. Rebalancing). 

Das passiert ohne zusätzliches Zutun. 
Einfach laufen lassen und zusehen, wie das Geld jährlich wächst. 

Beispiel: 
100 € pro Monat → 7 % Rendite → 30 Jahre = ca. 110.000 €.

Die beste einfache Strategie 

Viele Menschen glauben, sie brauchen eine komplizierte Strategie. 
Aber das stimmt nicht. 

Die einfachste Strategie ist oft die Beste: 

  • Welt-ETF als Basis 
  • Jeden Monat automatisch investieren 
  • Nicht ständig ins Depot schauen 
  • Einmal im Jahr kurz prüfen, ob alles passt 

Das nennt sich „Buy and Hold“ – kaufen und halten. 

Es klingt langweilig, aber es funktioniert großartig. Gerade am Anfang, wenn du dich noch nicht allzu gut auskennst, ist das eine valide Strategie für die ersten Jahre. Langweilig kann sehr sexy sein – zumindest an der Börse. *Heul*. 

Fehler, die dein Vermögen ruinieren können 

Erfolg an der Börse hängt weniger von deiner Intelligenz ab, sondern von deinem Verhalten. Achte deshalb darauf, dass du dich richtig verhälst und die folgenden Fehler vermeidest: 

  • Panik verkaufen bei Crashs. Wenn du langfristig denkst, sind Kursrücksetzer Kaufgelegenheiten, keine Alarmanlage. 
  • Zu viele Produkte: 1–3 ETFs sind meist ausreichend. Mehr verwirrt und kostet Gebühren.
  • Ständig die Strategie ändern. Wähle eine Strategie, wie z.B. Buy-and-Hold und bleib dabei.
  • Market-Timing: Keiner trifft den perfekten Einstieg. Regelmäßig investieren ist deutlich zuverlässiger.
  • Kosten ignorieren: Laufende Gebühren (TER) und Ordergebühren reduzieren deine Rendite. Achte drauf.  

Innovation, Apps und Medien schaffen Stress — aber dein Depot braucht nur Ruhe, Zeit und Kontinuität. Wenn du diese Fallen vermeidest, bist du schon deutlich weiter als viele andere Anleger. Und dein zukünftiges Ich wird dir irgendwann dafür eine dicke Umarmung geben. 

Wichtig zu wissen: Viele Studien (u.a. DALBAR, Vanguard Behavioural Gap) zeigen, dass Anleger nicht wegen schlechter Produkte verlieren, sondern wegen emotionaler Entscheidungen. 

Risiken verstehen 

Risiko heißt Schwankung, nicht Vernichtung. Manchmal geht es hoch, manchmal runter. Langfristig haben Aktien Renditen geliefert, die Inflation ausgeglichen und das Vermögen wachsen lassen. Dafür gibt es umfangreiche historische Analysen (siehe Credit Suisse Global Investment Returns Yearbook). Trotzdem: Kurzfristig können hohe Verluste auftreten — deshalb Notgroschen und passende Verteilung wichtig. 

Aber eine Sache ist sehr wichtig zu wissen, wenn du investieren willst: 
Über einen Zeitraum von 15 Jahren hat ein weltweites Aktienportfolio historisch noch nie Verlust gemacht. 
Langfristig steigen Märkte, weil Unternehmen wachsen, innovativ sind und Gewinne erzielen. Deshalb ist es so wichtig langfristig zu denken und investiert zu bleiben. 

Dennoch gilt: Vergangene Renditen sind keine Garantie. Dies ist ein statistischer Trend, kein Versprechen.

Steuern kurz erklärt 

Kurz und knapp: Kapitalerträge (Dividenden, Realisierte Kursgewinne) sind in Deutschland steuerpflichtig (Abgeltungssteuer plus ggf. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). 
Stell einen Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag beim Broker, damit kleine Einnahmen automatisch steuerfrei bleiben. Bei Fragen zur konkreten Steuerwirkung (z. B. thesaurierende vs. ausschüttende ETFs) ist am Ende ein Steuerberater die beste Quelle. 

Fazit 

Investieren muss nicht kompliziert sein. Du brauchst keine besonderen Vorkenntnisse, kein riesiges Startkapital und auch keine teuren Berater. Entscheidend ist, dass du verstehst, wie Geld für dich arbeiten kann – vor allem durch langfristiges Denken und den Zinseszinseffekt. Je früher du anfängst, desto stärker wächst dein Vermögen mit der Zeit. Wenn du regelmäßig investierst, breit streust und dich nicht von kurzfristigen Schwankungen verrückt machen lässt, kannst du dir Schritt für Schritt ein stabiles finanzielles Polster aufbauen. Genau das macht langfristig den Unterschied. 

Kurz gesagt: Bleib geduldig, investiere regelmäßig und vertraue darauf, dass die Zeit dein Verbündeter ist. 

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