Modul 4: Investment Auswahl – Die richtige Geldanlage finden

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Ziel des Moduls

In diesem Modul möchten wir dir das notwendige Wissen vermitteln, wie du die richtige Geldanlage für dich auswählst, um mit dem Investieren starten zu können und du langfristig Vermögen aufbauen kannst. Zudem lernst du, wie du deinen Notgroschen sicher und flexibel anlegst, damit du für unerwartete Ausgaben gut gerüstet bist.  

Wichtig: Dieses Modul ist keine Anlageberatung, sondern eine Wissensvermittlung für deine eigenverantwortlichen Entscheidungen. 

Warum ist dieses Modul so wichtig? 

Es ist deshalb so wichtig, weil es die entscheidende Brücke schlägt zwischen den Grundlagen deiner Finanzen (wie Ausgaben-Check und Sparpotenziale) und der realen Umsetzung deiner Geldanlage. Hier lernst du, wie das Geld vom Vermögenskonto zu den richtigen Geldanlagen für das Investment und den Notgroschen fließt. 

Was ist der Notgroschen und wo legst du ihn an? 

Dein Notgroschen ist deine finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ausgaben. Er gibt dir finanzielle Sicherheit und verhindert, dass du in Notlagen auf langfristige oder risikoreiche Anlagen oder sogar auf Kredite zurückgreifen musst.  

Das Geld sollte daher stets sicher, verfügbar und möglichst verzinst sein. Tagesgeldkonten sind hierfür ideal, da sie dir jederzeitigen Zugriff ermöglichen und aktuell wieder Zinsen bieten. Vermeide unbedingt risikoreiche Anlagen wie Aktien oder ETFs für deinen Notgroschen, weil Kursverluste im Notfall zu schmerzlichen Verlusten führen könnten. 

So wählst du das richtige Tagesgeldkonto aus 

Für die Auswahl der Anlageform deines Notgroschens sind folgende Punkte besonders wichtig: 

Sicherheit: Dein Notgroschen sollte bei einem seriösen Anbieter angelegt sein, der auch der Einlagensicherung unterliegt. Bestenfalls sollte es sich um einen deutschen Anbieter sein oder zumindest europäisch. Damit ist dein Geld bis zu 100.000€ abgesichert.  

Liquidität: Das Geld muss schnell und unkompliziert zugänglich sein, falls du es plötzlich brauchst. Tagesgeldkonten bieten in der Regel eine tägliche Verfügbarkeit ohne Einschränkungen. 

Stabilität: Da der Notgroschen zum Schutz vor finanziellen Engpässen dient, sollte es keine oder kaum Schwankungen aufweisen. Du weißt nie, wann du das Geld brauchst, daher solltest du keinen Verlust machen. 

Ertrag: Zu guter Letzt sollte es immer noch einen Zins abwerfen, damit du ihn nebenbei weiter aufbaust, solange er untätig rumliegt. Orientiere dich bei der Höhe des Zinses am aktuellen Leitzins der EZB.  

Die richtige Auswahl der Anlageklasse? 

Bevor wir wissen in welches Produkt wir genau investieren, müssen wir uns zuerst für eine Anlageform entscheiden. Beim Investieren hast du verschiedene Anlageformen zur Auswahl, jede mit ihren Vor- und Nachteilen. Mithilfe eines Ausschlussverfahrens können wir systematisch bewerten, welche Anlageform wir auswählen sollten. 

Mögliche Anlageformen 

Einzelaktien 

Ein Anteil an einem Unternehmen, der direkt vom Kauf einer Aktie abgebildet wird. Mit Aktien erwirbt man das Recht auf Beteiligung am Unternehmen und kann an Gewinnausschüttungen in Form von Dividenden beteiligt werden. 

  • Vorteil: Direkte Beteiligung an Unternehmen mit Potenzial auf hohe Gewinne. 
  • Nachteil: Hohes Risiko durch Konzentration auf einzelne Firmen, erfordert viel Wissen und Zeit für Recherche. Für Anfänger zu volatil und riskant. 
  • Ausschluss: Zu riskant und komplex für Einsteiger. 

Aktive Fonds 

Ein Investmentfonds, bei dem professionelle Fondsmanager versuchen, den Markt zu schlagen, durch Auswahl einzelner Werte. 

  • Vorteil: Professionelles Management, Versuch den Markt zu schlagen. 
  • Nachteil: Hohe Kosten (Gebühren), oft schlechtere Performance als der Markt, mangelnde Transparenz. 
  • Ausschluss: Kostenintensiv und meist ohne Mehrwert gegenüber passiven Anlagen. 

Anleihen 

Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen, die feste Zinsen zahlen und eine Rückzahlung am Ende der Laufzeit versprechen. 

  • Vorteil: Stabilere und planbare Erträge, geringeres Risiko. 
  • Nachteil: Niedrige Renditen, bei steigenden Zinsen Kursverluste möglich, begrenztes Wachstumspotenzial. 
  • Ausschluss: Für Vermögensaufbau langfristig unattraktiv wegen geringer Rendite. 

Tagesgeld 

Ein Sparkonto mit hoher Liquidität und Sicherheit, das täglich verfügbar ist. 

  • Vorteil: Hohe Sicherheit und Liquidität, Kapital erhalten. 
  • Nachteil: Sehr niedrige Zinsen, oft unter der Inflation – Geld verliert real an Wert. 
  • Ausschluss: Perfekt für Notgroschen, aber nicht für Vermögenswachstum. 

Kryptowährungen 

Digitale Währungen wie Bitcoin, dezentral, blockchain-basiert. 

  • Vorteil: Sehr hohe Renditechancen, moderne Technologie. 
  • Nachteil: Extreme Volatilität, rechtliche Unsicherheiten, fehlende Regulierung, komplex und spekulativ. 
  • Ausschluss: Zu riskant und unerforscht für Anfänger und langfristigen Vermögensaufbau. 

Immobilien 

Eigentum an Grundstück plus Häusern oder Wohnungen. 

  • Vorteil: Sachwert, potenziell stabile Mieteinnahmen und Wertsteigerung. 
  • Nachteil: Hohe Einstiegshürden (Kapital und Wissen), wenig liquide, Verwaltung und Instandhaltungskosten, Marktschwankungen lokal begrenzt. 
  • Ausschluss: Nicht flexibel und komplex, hohe Anfangsinvestition nicht für jeden Anfänger geeignet. 

Rohstoffe  

Sachwerte wie Gold, Öl, Industriemetalle. 

  • Vorteil: Sachwerte, Inflationsschutz. 
  • Nachteil: Preisvolatilität, keine laufenden Erträge, oft nur spekulativer Charakter. 
  • Ausschluss: Eingeschränkte Renditechancen und für langfristigen Vermögensaufbau weniger geeignet. 

ETFs (Exchange Traded Funds)

Börsengehandelte Fonds, die über Aktien einen Index passiv abbilden, z. B. den MSCI World. 

  • Vorteil: Breite Risikostreuung durch viele Werte, niedrige Kosten, hohe Transparenz, flexibel handelbar und ideal für langfristigen Vermögensaufbau. 
  • Nachteil: Kursverluste sind möglich, da ETFs den Markt nachbilden (keine aktive Steuerung), keine Möglichkeit zur Überrendite. 
  • Ausschluss: Für kurzfristige, spekulative Gewinne ungeeignet 

Für welche Anlageform entscheiden? 

In diesem Kurs gehen wir davon aus, dass du noch keine oder kaum Erfahrungen mit Investments hast. In dem Fall bleibt nur noch eine Anlageform übrig, die als Einsteiger Investment in Frage kommt, wenn wir uns die Tabelle genau anschauen. Da kaum Wissen im Investmentbereich vorhanden ist, aber das Ziel dennoch langfristiger Vermögensaufbau mit möglichst wenig Zeiteinsatz ist (passives Investieren), bleibt als Anlageform nur noch der ETF übrig. 

Warum konzentrieren wir uns auf ETFs? 

Wir fokussieren uns bewusst auf ETFs, weil sie eine besonders einfache, kostengünstige und zugleich effektive Möglichkeit bieten, langfristig Vermögen aufzubauen. ETFs bilden einen ganzen Index ab, das heißt, du investierst automatisch breit gestreut in Aktien vieler Unternehmen gleichzeitig. Das senkt dein Risiko deutlich im Vergleich zu Einzelaktien, da das Verlustrisiko durch die Diversifikation verringert wird. 

Zudem sind ETFs äußerst transparent: Du weißt jederzeit, in welche Wertpapiere investiert wird, und die Verwaltungskosten sind im Vergleich zu aktiven Fonds sehr niedrig. Sie bringen auch deutlich mehr Rendite wie Anleihen oder Tagesgeldkonten. Im Durchschnitt kann man von 7% pro Jahr ausgehen. 

Außerdem sind sie nicht risikoreich wie Kryptowährungen, da sie nicht so hohe Schwankungen ausgesetzt sind wie bei den Coins. Sie benötigen auch kein so hohes Startkapital wie Immobilien. Du kannst oft schon mit einem Sparplan ab 25€ im Monat starten und bei manchen Anbietern schon ab einem Euro. 1€ macht aber natürlich keinen Sinn. Den Sparplan kannst du auch jederzeit wieder pausieren oder kündigen. 

Und zuletzt brauchst du auch keine große Menge an Wissen, um mit ETFs als Geldanlage zu starten. Anders als bei Rohstoffen. 

Diese Vorteile machen ETFs zur idealen Basis für ein systematisches und nachhaltiges Investment, das besonders gut geeignet ist, um ohne große finanzielle Vorkenntnisse und mit Disziplin langfristig Vermögensaufbau zu betreiben. Wobei die Disziplin durch unser 3-Konten-Modell quasi wegfällt, da es automatisiert läuft. 

Wie findest du als Anfänger den geeignetsten ETF? 

Ziel beim Investieren mit ETFs ist es, mit möglichst wenig Aufwand möglichst breit gestreut und kostengünstig vom Wachstum am Kapitalmarkt zu profitieren. ETFs sind, wie bereits erklärt, börsengehandelte Fonds, die die Wertentwicklung eines bestimmten Index wie etwa dem MSCI World oder dem FTSE All World möglichst exakt abbilden. Du investierst also in das, was der Index vorgibt. Für Anfänger gibt es einige wichtige Kriterien, die die richtige ETF-Auswahl erleichtern: 

Der richtige Index 

Achte bei deiner Auswahl darauf, dass der zugrundeliegende Index global, breit gestreut und möglichst viele unterschiedliche Unternehmen enthält – das sorgt für eine gute Risikoverteilung. Dann bist du gut diversifiziert. 

Er sollte ein reiner Aktien-ETF sein, der viele verschiedene Unternehmen und Länder abdeckt, um das Risiko zu reduzieren. Es sollte also ein Welt-ETF sein. Beispiele: MSCI World, FTSE All World. Der All World enthält sogar Aktien aus Schwellenländern wie Brasilien, Indien und China. Damit ist er noch diversifizierter. 

Laufende Kosten (TER) niedrig halten 

Achte auf eine niedrige Gesamtkostenquote (TER), ideal unter 0,3%, damit möglichst viel von deiner Rendite erhalten bleibt. Die TER gibt dir an, wie viel Geld der Fondanbieter von deinem Kapital einbehält, um seine Kosten zu decken. Wenn du 7% Rendite machst, ist das doch ein gutes Geschäft. 

Fondsgröße und Liquidität 

Ein großes Fondsvolumen (mindestens 100 Millionen Euro) sorgt für bessere Handelbarkeit und geringere Spreads. Dann verringert auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds irgendwann schließt. 

Fondsalter 

Ältere ETFs ab mindestens 3-4 Jahren haben sich meist bewährt und bieten mehr Sicherheit. Auch hier verringert es wieder die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds irgendwann schließt. Außerdem kannst du auch sehen, wie der ETF historisch performt hat. 

Replikationsmethode bevorzugen 

Für Einsteiger eignen sich vollständig physisch replizierende ETFs, die den Index durch direkten Kauf der Wertpapiere abbilden. Wenn du einen ETF hast mit optimiertem Sampling ist das auch meist in Ordnung. Dabei optimiert der Anbieter seiner Ansicht nach die Gewichtung der einzelnen Aktien. Oft nehmen sie einfach nur die Aktien nicht mit auf, die eine Gewichtung nahe 0 haben. 

Ertragsverwendung 

Entscheide, ob du einen thesaurierenden ETF (Erträge werden automatisch wieder angelegt) oder einen ausschüttenden ETF (Erträge werden ausgezahlt) bevorzugst, je nachdem, ob du den Zinseszinseffekt nutzen möchtest oder monatlich Erträge benötigst. Ausschüttende ETFs können sehr motivierend wirken, wenn du regelmäßig Geld ausgezahlt bekommst. 

Vermeide Spezial-ETFs 

Für Anfänger sind breit gestreute ETFs besser geeignet als thematisch oder regional stark spezialisierte ETFs, wie Wasserstoff oder Robotik-ETFs, da sie ein ausgewogenes Risiko bieten. Er sollte also keiner Aktienstrategie folgen und auch keinem bestimmten Sektor unterliegen.  

Anbieter 

Zum Schluss solltest du dich noch für einen Anbieter entscheiden. Der Anbieter ist nicht allzu wichtig, da sie kaum Unterschiede aufweisen. Allerdings sollte es sich um einen seriösen, bekannten und großen Anbieter handeln, damit du auf der sicheren Seite bist. 

Hier eine kurze Auflistung bekannter ETF-Anbieter: 

  • iShares (BlackRock) 
  • Xtrackers (DWS/Deutsche Bank) 
  • Amundi 
  • Vanguard 
  • Invesco 
  • UBS 
  • Lyxor 
  • SPDR (State Street) 
  • HSBC 
  • VanEck 

Suche nach dem passenden ETF

Mit diesen Kriterien findest du den ETF, der perfekt zu deiner Anlagestrategie passt und den Einstieg in den Vermögensaufbau erleichtert. Bei der Suche kann dir justETF oder Finanzfluss helfen. Dort kannst du ganz einfach am linken Bildschirmrand nach den Kriterien filtern und er sucht dir passende ETFs aus. 

ETF-Suche und ETF-Vergleiche | justETF 

ETF Suche: ETFs finden & filtern 

Sparplan und Dauerauftrag aufsetzen 

Nachdem du dich für einen ETF und ein Tagesgeldkonto entschieden hast gilt es die Überweisungen zu automatisieren. Aktualisiere deinen Dauerauftrag für den Notgroschen, dass er nach Gehaltseingang automatisch das Geld auf das Tagesgeldkonto einzahlt. Richte gleichzeitig auch ein Sparplan bei deinem Depotanbieter an, damit du jeden Monat automatisiert in deinen ausgewählten ETF investierst.  

Nachdem du die beiden Sachen eingerichtet hast, schützt du dich ab sofort vor unvorhersehbaren Kosten und baust gleichzeitig Vermögen auf. Und das ohne etwas dafür zu tun! 

Rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieses Moduls ersetzen keine individuelle Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung und sind als reine Wissensvermittlung zu verstehen. Die Verantwortung für die Auswahl, Umsetzung und das Risiko trägt immer der Teilnehmer selbst. 

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Abschluss und Ausblick 

Glückwunsch! Du hast die wichtigsten Grundlagen für den systematischen Vermögensaufbau kennengelernt. Du weißt jetzt, warum ETFs die beste Wahl für Einsteiger sind, wie du den richtigen ETF auswählst und welche Rolle dein Notgroschen dabei spielt. Mit diesem Wissen kannst du nun selbstbewusst deine ersten Schritte in die Welt der Geldanlagen machen und deine finanziellen Ziele aktiv verfolgen. 

Mit deinem neuem Geldsystem bist du nun finanziell top aufgestellt. Wir haben für dich noch ein Bonusmodul. In diesem Modul lernst du, wie du dein Geldsystem noch einmal verbessern kannst, um dein Geldsystem wirklich optimal zu gestalten.